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Gemeinschaft

Die ersten Mitglieder erbauten die Häuser der Baugruppe 1 zum großen Teil selbst, wodurch sich von Anfang an eine sehr gute Nachbarschaftshilfe entwickelte, die sich auch auf das gesellschaftliche Zusammenleben auswirkte. Die zu den Häusern gehörenden Gärten wurden intensiv zur Selbstversorgung genutzt. Es wurde Obst und Gemüse, aber auch Schnitt- und Zierblumen angebaut. Um einen möglichst hohen Ertrag beim Anbau und der Ernte zu erzielen gründete sich innerhalb der Genossenschaft ein unabhängiger Gartenbauverein, der allerdings mit dem Beginn des so genannten Wirtschaftswunders und dem damit verbundenen Überangebot an preiswerten Lebensmitteln seine Bedeutung verlor und sich vermutlich in den 70er Jahren auflöste. Die Gärten boten aber auch Lebensraum für Haus- und Nutztiere. Hühner als Eier- und Fleischlieferanten, Stallhasen für den Sonntagsbraten und sogar eine Ziege wurden gehalten. Ein Mitglied fütterte in seinem Keller sogar ein Hausschwein, welches dann auf Anregung der Nachbarn in ein Gartenhaus umsiedelte.

Bereits in der Anfangszeit bis 1926 wurden in einem Haus der Baugruppe 1 Lebensmittel und in geringem Umfang, Textilien verkauft. Ein Mitglied hatte sich ein Bierlager eingerichtet. Für die damalige Zeit ein Novum, da man bisher nur den Bierverkauf über Gassenschänken der Wirtshäuser kannte. Ab 1926 wurden in der Baugruppe 4 ein Milchladen, ein Kolonialwarenladen, eine Metzgerei und das noch heute bestehende Gasthaus zur Versorgung der Genossenschaftsmitglieder gegründet. In den Wohnungen der Mitglieder und ab 1927 auch in den Räumen der neuen Gaststätte wurden gemeinsame Feste und Feiern organisiert. Dies alles konnte nur durch das entstandene Zusammengehörigkeitsgefühl, durch gemeinschaftliche Interessen und freundschaftliche Verbindungen gelingen. Auch nach dem Krieg bis heute wurden und werden gemeinsame Feierlichkeiten abgehalten.

Viel Schnee!



So ist das jährlich zur Sommerzeit im Hof der Albert-Roßhaupter-Straße 57 – 59 stattfindende Sommerfest, welches sich stets großer Beliebtheit erfreut ein weiteres Indiz für den vorhandenen Gemeinsinn unter den Genossenschaftsmitgliedern. Das Gemeinschaftsgefühl half den Mitgliedern aber auch schon immer auch schwierige Situationen zu meistern: dies zeigt sich in den Zeiten des Aufbaus der Genossenschaft, im gemeinsamen Aufbau nach dem Krieg, aber auch in jüngster Vergangenheit, als 1982 schwere Unwetter und heftiger Hagel massive Schäden in ganz München verursachten. Neuestes Beispiel: als nach ungewohnt heftigen Schneefällen in der Nacht zum 5. März 2006 den Verkehr in ganz Bayern lahm legte, konnte die Kriegersiedlung nach einer gemeinschaftlichen Räumaktion aller Bewohner der Privatstraße schnell wieder befahrbar gemacht werden.